Froh zu sein bedarf es wenig…

Neulich kam mir die Erkenntnis: Im Grunde bin ich zufrieden!

Ach du Scheiße… wie konnte das denn passieren?
Ich habe es auch gar nicht gewollt, es ist einfach passiert und durch die Jammerei meiner Mitmenschen habe ich mein Leben überdacht.
Ja, ja ich weiß: Soll man nicht machen – aber ich hatte wohl einen schwachen Moment, sorry!

Doch nun ist das Kind in den Brunnen gefallen, und ich muss mit der Erkenntnis leben. Doch wie?

Ob ich mich so gut verstellen kann, dass die anderen glauben ich wäre so verkorkst wie sie, damit sie mich akzeptieren, kann ich noch nicht sagen – aber bisher ist es auch noch keinem aufgefallen.
Dabei hilft es natürlich arbeitslos zu sein, aber irgendwann kann ich diesen Trumpf auch nicht mehr ausspielen und dann muss ich das Blatt aufdecken:
Arm aber glücklich!

Dreck! Ausgerechnet jetzt, wo ich schon genug Probleme mit meinem sehr übersichtlichen Bankkonto habe…
So schlimm sind die Probleme dann aber auch wieder nicht: Ich habe nicht mal Schulden!

Was soll denn erst werden, wenn ich demnächst mal wieder Job und Geld habe?
Bei mir kommt auch alles zusammen:
– keine unterbelichteten Chefs, die zu blöd zum Kacken sind, einem aber zeigen wollen, wo die Lampe hängt
– wie bereits erwähnt: Keine Schulden oder sonstige Verbindlichkeiten
– gute Gesundheit physisch wie psychisch
– einen Intellekt, der mir erlaubt Probleme zu erkennen und zu lösen
– gutes Aussehen (?)
– und: Geringe Ansprüche!

Wie Ihr also seht: Ich bin reif für den Jagdschein!

Sicher: Ich rege mich über das Fehlverhalten der Politiker und Medien auf, hasse Ungerechtigkeiten und könnte die meisten Menschen an die Wand klatschen – aber im Grunde bin ich zufrieden…
… weil ich viele Freiheiten genieße, die anderen Menschen aktiv wie passiv vorenthalten werden.

Ich bin weder depressiv noch leide ich an Burn-Out oder einer Midlife-Crisis. Ganz im Gegenteil: Ich halte mich für den Größten! Juhuuu!!!

Zum Kotzen…

Aufgrund meiner intellektuellen, ja manchmal: arroganten Art, traut sich auch kaum noch einer mir ‚gute Ratschläge‘ zu geben.
Somit empfinde ich eine tiefe innere Ruhe, die mich zufrieden stellt.

Wie zum Teufel komme ich mit dieser Art zu dem Reichtum, der heute als angestrebtes Ziel gilt, damit ich nicht zum Aussenseiter abgestempelt werde?
Verdammte Scheiße: Ich habe ein Recht auf Depressionen!!!
Millionen Menschen leisten sich heute eine, und nur der kleine Carsten hat kein Geld dafür und muss sich damit zufrieden geben, dass er zufrieden ist…

Andere in meiner Lage, legen sich wenigstens eine Alkoholsucht oder ein vergleichbares Übel zu, aber das ist mir ehrlich gesagt zu anstrengend. Ich habe ohnehin schon genug damit zu tun, unzufrieden zu wirken!

Ein Teufelskreis…

Aber ich habe auch keine Lust mehr, dieses Doppelleben zu führen. Und es ist auch nichts Schlimmes daran zufrieden zu sein!
Von uns Zufriedenen gibt es bestimmt mehr, als die Gesellschaft glaubt – darum möchte ich hiermit eine Lanze für alle Zufriedenen und Glücklichen brechen: Ihr seid nicht anders! Teilt Euch der Welt mit – wenn Euer Umfeld das nicht versteht, hat es Euch nicht verdient.

Glücklich und zufrieden zu sein, ist kein Zeichen von minderer Intelligenz oder fehlender Lebensziele…

Nein…

NEIN:

Es ist einfach nur die pure Schadenfreude, dass man keinen an der Waffel hat, wie der Rest der Bevölkerung!!!

In diesem Sinne:

Euer Carsten
(Präsident des Bundesverbandes der Glücklichen und Zufriedenen von 2014)

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Hoettges

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