Die individuelle Wahrnehmung, oder warum dicke Frauen Leggins tragen.

Heute Mittag unverhofft schon Feierabend gehabt, frug ich Herrn Fuzzy, ob er nicht Bock hätte mit mir, ob des schönen Tages, einen Kaffee trinken zu gehen.
Gesagt getan: Location wurde gefunden und Herr Fuzzy zum Kaffee kaufen geschickt, während ich im Außenbereich des Cafés eine Zigarette genoß und mir die Umwelt anschaute…
Ergebnis: Bis Herr Fuzzy endlich mal mit dem Kaffee antrabte, zählte ich nicht weniger als 11 Typen in Muscle-Shirt und kurzen Hosen! Davon ab, daß mir der Sommer niemals so heiß sein kann, als daß ich freiwillig so rumlaufen würde, hatte auch keiner dieser ästhetisch Benachteiligten auch nur annähernd die Figur für seine Kleiderwahl!
Also nur Deppen…
Hmmm… nur Deppen? Möglich – aber gleich so viele?
Ich spann mit Herrn Fuzzy den Gedanken weiter, und so kamen wir auf einen weiteren Effekt: Warum ziehen sich fette Frauen immer diese Wurstpellen, die sie Leggins nennen, über ihren monstösen Arsch?
Kerle mit X-Beinen und Spaghettiarmen, sowie Frauen mit Brauereipferdarsch müssten doch um ihre Defizite eigentlich wissen, oder?
Also gibt es nur zwei Möglichkeiten, dieses Rätsel zu lösen:
– Das Schönheitsideal hat sich um 180° gedreht und ich habe mal wieder nichts mitbekommen.
(In diesem Falle wäre ich raus aus der Nummer und würde versuchen allein den Weltraum zu besiedeln…)
– In ihrer Wahrnehmung sehen die Kerle alle aus wie Jung-Siegfried und die Pflunzen wie Seven of Nine vom Raumschiff Voyager!
(In diesem Falle ist wohl professionelle Hilfe nötig!)
Eine dritte Möglichkeit kann es nicht geben: Denn so beschissen kann es einem gar nicht gehen, als daß man so unvorteilhaft herumläuft!
Herr Fuzzys Antwort war dann auch sehr auf den Punkt gebracht, wie ich fand: „Alle bekloppt!“
Ja!
Alle bekloppt!
Er hat recht…
Und ich bin deswegen mal wieder politisch inkorrekt, da ich ein politisch inkorrektes Schönheitsideal habe…
In den sozialen Netzwerken wird dieses Thema auch angesprochen, und gesunde gut ausehnde Menschen werden an denn Rand der Gesellschaft gedrängt, eben weil sie so rücksichtsvoll sind, an sich zu arbeiten um bei ihren Mitmenschen nicht sofort einen Augenkrebs zu verursachen!
Somit zieht man Volkes Zorn auf sich:
– Ich werde als bekloppt angepault, weil ich im Sommer lange Hosen trage, und
– Seven of Nine vermittelt den jungen Mädels ein perverses Schönheitsideal!!!

Quo vadis Menschheit? Wenn Seven und meine Wenigkeit falsch liegen wird es eng, denn:
Ich kenne eigentlich keinen, der lieber mit dem Leggins-Schlauchboot als mit Seven of Nine vögeln würde!
Und jetzt erinnere ich mich an eine Doku, die ich heute morgen im TV sah: Es ging um das Gruga-Bad in Essen und die Schwierigkeiten mit Muslima im Burkini.
Eigentlich ein typisches Geht-Mir-Am-Arsch-Vorbei-Thema, und kurz bevor ich auch schon meine Entscheidungshilfe in die Hand nahm, um den Kanal zu wechseln, wurde eine dicke Burkini-Trägerin aus Deutschland (Konvertitin) gezeigt, die meinte, sie müsse laut dem Propheten ihre Reize bedecken!
Erster Gedanke: WELCHE???
Zweiter Gedanke: Die hätteste gerne mal…
Aber da sind wir wieder beim Punkt von Herrn Fuzzy: Sie haben sie eben nicht mehr alle!
Die Wahrnehmung ist eben individuell: Ich sehe anscheinend was anderes als das, was der Andere im Spiegel sieht – zumindest bin ich aufgrund meines Glasauges nicht in der Lage, noch eine dritte Dimension dieser Anästhetker wahrzunehmen – dieses Glück haben Herr Fuzzy und viele andere leider nicht!

Trotzdem… denkt mal drüber nach:
Wenn ich mich für Napoleon halte, komme ich in die Klappse!
Wenn ich als Frau in der Blauwalgewichtsklasse boxe und mir eine zehn Nummern zu kleine Leggins über die Mammutbaumstümpfe, welche früher mal Beine waren, bis hin zu einen Arsch quetsche, der bereits ein eigenes Wettersystem besitzt, und dann denke ich würde wie Seven of Nine aussehen, bin ich mutig…

Ja, nee… schon klar!

In diesem Sinne:
Euer Carsten, der zwar eine leichte Plauze sein Eigen nennt und deswegen keine engen T-Shirts trägt, obwohl er aufgrund seines Oberkörpers sogar Muscle-Shirts tragen könnte, sich jedoch nie eines kaufen würde, was auch für kurze Hosen gilt, weil er noch etwas Anstand in seinem Adoniskörper beherbergt.

About the Author

Hoettges

Hoettges

Feingeistiger Grobmotoriker mit Hang zur zweidimensionalen Sicht der Dinge und Deutschlands letzter lebender Dichter und Denker.

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