Auszug aus dem deutschen Meetrecht

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„… und wenn du dann noch 2 und 2 zusammenzählst…“
„Wie jetzt? Was kommt denn dabei raus?“
„…äääh, vier! Aber das tut jetzt nichts…“
„Vier? Biste dir da sicher? Vielleicht sollten wir ein Meeting einberufen!“

Kommt bekannt vor?
Soll es auch!

Es wird nur noch gemeetet (und dabei noch die deutsche Sprache verhunzt…), bei jeder Gelegenheit und wegen dem kleinsten Fliegenschiß!
Aber wehe, man hat keine Zeit für Meetings, weil man so unwichtige Sachen wie wichtige Terminarbeit zu erledigen hat:
Dann ist man gleich der faule Querkopf, der sich nicht ins Team einfügen kann!!!
(nur so nebenbei: Teamwork funktioniert im Deutschland des Jahres 2008 ungefähr genauso gut wie das Perpetuum Mobile!)

Und wenn man dann am (achsowichtigen) Meeting teilnimmt, hat man den Eindruck, als würden sich Kinder um das größte Tortenstück beim Geburtstag von Omma kloppen!
Ergebnisse? Ja, aber alle gehen komplett an den eigenen Bedürfnissen vorbei!

Warum ist das so?
Nun, ein modernes Meeting ist eine Art Casting, nur dass es nicht darum geht am besten zu singen, sondern am besten zu labern! Der größte Fehler sind gute Vorschläge, denn diese lassen die anderen Kandidaten abstinken und bieten diesen den Anlaß -zig Gründe zu erfinden, warum der eigene Vorschlag komplett für den Arsch ist!
Dann ist man der Vermeeter, der mal wieder alles nicht ernst nimmt.
Daher ist es am Besten, man hält die Klappe, oder streut einige Witze ein: das bringt zumeist eine Meetminderung von mehreren Minuten!

Grundsätzlich gilt als Meeter, die geistigen Ergüsse des Vorgesetzten to-tal klasse zu finden, die der Kollegen jedoch nicht! Hat man diese Regeln des deutschen Meetrechtes erkannt, so ist das Meeting als erfolgreich anzusehen! Der (folgerichtige) Anschiss vom Chef, der natürlich kommen muss, da man während des Meetings nichts tun konnte, aber trotzdem tun musste bzw. irgendwie tun hätte können, sollte man ignorieren: denn sollte der Chef beim Meeting dabei sein, und man hat alle Meetregeln befolgt, kann eine Beförderung (man spricht hierbei von Meeterhöhung) die Folge sein!

Nutzen sie bei Meetings auch ruhig verschiedene Locations und lassen sie sich nicht von den Spöttern verunsichern, die sie als Meetnomaden bezeichnen – die sind nur neidisch, weil sie arbeiten müssen!

Daher meeten sie was das Zeug hält. Das ist nicht nur chic, sondern lässt sie auch interessiert erscheinen!

Ich könnte noch stundenlang über dieses Thema schreiben, leider muss ich jetzt aber ins Meeting…

In diesem Sinne

Euer Carsten
(1. Vorsitzender des deutschen Meeterschutzbundes)

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Hoettges

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