Echnaton und Carstens Nahostkrise (Oder: Warum Nofretete nur ein Auge hat)

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Wir standen direkt vor der Wand, hinter der wir das Grab des Pharaos vermuteten. Dr. Jonas, wegen seiner Sonnenallergie auch gern ‚Indianer Jonas‘ genannt, begann die Wand vom Staub zu säubern und die Schriftzeichen zu entziffern:
‚Hier ruht König Echcarston, Sohn des Gottes Cars-Ton, des halbblinden Gottes der dicken Faxen! Nur wer im Herzen die Faxen dicke hat, halbblind ist und seinen Namen trägt, darf diese Räume betreten!‘
Alle schauten mich an…
‚Äääähhh… das kann auf viele zutreffen – das hat nichts zu sagen… ausserdem wird Carsten mit ‚e‘ geschrieben!‘ erklärte ich mich der Gruppe.
Sicher, die Umstände sprachen gegen mich, also sollte ich wohl Pharaos letzte Ruhe schänden!
‚Englisch ausgesprochen hört es sich aber wie Carsten an‘ besserwusste Lars-Torben, der Erstsemesterliebling von Dr. Jonas.
‚Ach ja, ich vergaß: Die ollen Ägypter haben ja alle ein perfektes Oxford-Englisch gesprochen…‘ Ich mochte Lars-Torben nicht, daher ließ ich keine Gelegenheit aus, ihn zu verarschen.
‚Nach 3.500 Jahren kann sich ein Vokal mal leicht verändern, der Rest des Textes passt aber nahezu perfekt!‘ sagte Dr. Jonas zu mir und damit war die Entscheidung getroffen!
‚Da steht aber nichts von intelligent, gutaussehend, flexibel, teamfähig, Niedersachse…‘
Aber es half nichts mehr.
‚Und wie soll ich da reinkommen? Hat der Hieroglyphenpraktikant dafür eine Anleitung hinterlassen???‘ spottete ich, doch Dr. Jonas las den Text weiter:
‚Der Auserwählte gehe somit einfach durch die Wand, so wie er es auch bisher tat!‘
Das machte irgendwie Sinn…
Also ging ich einfach durch die Wand und fand mich auf einmal im alten Ägypten wieder!
Als erster begrüsste mich Echcarston mit den Worten: ‚Nice to meet you!‘
Dämlicher Lars-Torben!!!
‚Du kannst ruhig Deutsch mit mir reden – sonst muss ich unserem Studentenpraktikannten in der Zukunft recht geben…‘ sagte ich zum Pharao, der mich gleich mit großen Augen anschaute.
‚Da haste natürlich recht, Oh großer Cars-Ton!‘
Aha: Die Deppen hielten mich für ihren Gott! Endlich mal eine Truppe, die mich zu würdigen weiß – andererseits auch kein Wunder, wenn man in der Frühantike direkt aus einer Wand erscheint…
Egal! Wenn ich meine Karten jetzt richtig ausspielte, konnte ich eine ruhige Kugel schieben.
‚Und? Wie isses so – fließt der Nil noch???‘ Ich hätte vielleicht doch mehr über das alte Ägypten recherchieren sollen..
‚Klar! Warum auch nicht? Bist Du etwa zornig auf uns, oh großer Cars-Ton?‘ Echcarston hatte ich im Sack: Der konnte noch so viel Pharao sein – jetzt war er nur mein Praktikant!
‚Möglich… habe mir noch kein Bild von der Lage machen können!‘

Ich wurde danach erstmal prunkvoll ausgestattet wie ein Pfingstochste und rumgreicht wie ein Wanderpokal oder Vettel nach einer gewonnenen Formel 1-WM. Es gab die erlesensten Speisen und die hübschesten Frauen wollten meine Gunst erhaschen. Nur die Priester des Amun hatten einen Rochus auf mich!
Doch leider hatten diese oppositionellen Amunpfaffen, aufgrund der bestehenden sozialen Netzwerke die Öffentlichkeit hinter sich.

Später gab es dann auch immer mal wieder Zoff um die Verteilung der ganzen Knete (Gold, Tieropfer, etc…):
Die Amunpriester wollten nix abgeben, Echcarston auch nicht und ich war somit mal wieder pleite! Wo kommen wir denn hin, wenn man seinem Gott nicht mal ein anständiges Gehalt bezahlt???
Sicher, ich verdiente ein paar Kröten mit Vorträgen im ganzen Land, musste aber meine Einkünfte veröffentlichen, was in der Bevölkerung nicht immer gut ankam – die Amunpriester wurden jedoch mal mehr, mal weniger öffentlich von der ägytischen Wirtschaft finanziert, da diese politisch eher ihre Interessen vertraten!
Echcarston hingegen sparte nun an allen Ecken und Enden um einen eventuellen Krieg gegen die Hethiter finanzieren zu können und stellte nur noch schlecht ausgebildete Praktikanten (damals noch: Sklaven!) ein und erhöhte die Steuern. Ich geriet politisch ins Abseits: Von Anbetung allein konnte ich nicht leben. Und als Echcarston mir noch die geilste Schnitte (Nofrekerstin) ausspannte, war das Maß voll:
Ich ging mal wieder mit dem Kopf durch die Wand!!!

Wieder in der Gegenwart angekommen, informierte ich mich über Echcarstons Schicksal: Sein Name, mein Name und der von Nofrekerstin gingen alle falsch geschrieben in die Geschichte ein – das kommt eben davon, wenn man nur Billiglöhner in sensible Positionen einstellt!
Aus Echcarston wurde Echnaton, da der Praktikant aus Cars-Ton Aton machte, aus Nofrekerstin wurde Nofretete und dann wurde sie auch noch mit dem falschen blinden Auge dargestellt (links statt rechts – geschieht der Schlampe recht!), die Hethiter bekamen später den Arsch voll, schafften es aber zumindest in der Bibel erwähnt zu werden – und ich wurde von Indianer Jonas gefeuert, weil ich zuviel wusste!
Es ist also scheißegal, ob du ein Gott bist oder nicht: Wenn du nicht in die richtigen Ärsche kriechst, ist sowieso alles vollkommen egal!
Somit gab ich es auf, weitere religiöse Zeitreisen zu unternehmen – am Ende wird man noch von irgendwelchen Römern gekreuzigt, oder sowas – nee: Zu riskant und unrentabel!

Daher muss die Menschheit und die bayrische Regierung eben weiter auf die göttlichen Eingebungen warten – ich konzentriere mich erst einmal einen Job als Reinzeichner oder Marketingfuzzy in München oder Umgebung zu bekommen!

In diesem Sinne:

Euer Cars-Ton

Cars-Ton

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Hoettges

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3 Comments

gummibaer007

Du schaffst es wirklich, Menschen in allen Zeiten für dich einzunehmen!
:-)
Doch, oh groooooßer Carston, was wurde aus der Pharaonen-Praktikantin Melanios?

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