Landshut-München und die Vorsatzkiller

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Als Mensch zweiter Klasse – also ohne Führerschein und Auto – hat man es in Deutschland nicht unbedingt leicht: Man ist auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen!

Nichts gegen diese Verkehrsmittel – ganz im Gegenteil: Hin und wieder kommt sogar mal eines pünktlich (meistens dann, wenn man sich selbst mal verspätet…)!
Nein, es geht um die Öffentlichkeit dieser Verkehrsmittel: Man teilt sie mit anderen! Und nicht nur die Verkehrsmittel muss man mit anderen Menschen zweiter Klasse teilen, sondern auch die dazu gehörende Infrastruktur, wie Haltestellen, Bahnhöfe, etc.

Ich für meinen Teil, teile gern – nur andere Teilnehmer teilen dieses nicht und wollen nicht teilen:
– Sitzplätze werden da schon mal zu Gepäckablagen umfunktioniert,
– Rolltreppenenden zu Versammlungsplätzen auserkoren,
– Raucherzonen zu (selbst ernannten) Nichtraucherzonen erklärt und
– Fahrkartenautomaten zu Lebensaufgaben gemacht!

Einer meiner guten Vorsätze für 2007 war es, zu meinen Mitmenschen freundlicher zu sein – ich schaffte es immerhin bis zu meiner ersten Zugfahrt am zweiten Januar:

(Tatort: Bahnhof)
Person (grübelnd an einem Rolltreppenaufgang ohne Ausweichmöglichkeit): „—-“
Carsten: Hallo? Frohes neues Jahr! Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht zu verkünden!
Person: „???“
Carsten: „Die gute: Du bist nicht allein!“
Person: „Und die schlechte?“
Carsten: „Wenn du Vollpfosten nicht bei drei Platz machst, wünscht du dir kurz danach, du wärest alleine auf der Welt!!!“
Person: (Beleidigende Worte, die ich hier nicht wiedergeben möchte…)

(Tatort: Zug)
Gruppe: „Blablablablablablubb… (als sehr laute Dauerschleife!)“
Carsten (krampfhaft versuchend ein Buch zu lesen): Hallo Leute, frohes neues wüsche ich Euch! Na, ihr habt Euch wohl viel zu erzählen oder?“
Gruppe: „Was interessiert dich denn das?“
Carsten: „Nichts! Garnichts!!! Und genau darum geht es, ihr Deppen: Euer inhaltsloses Leben interessiert nicht nur mich einen Scheißdreck, sondern alle anderen Fahrgäste auch! Und da ich hier versuche ein Buch zu lesen, mache ich euch den Vorschlag, solange die Schnauze zu halten, bis ich ausgestiegen bin – ansonsten werde ich hier noch pampig!“
Gruppe: (Beleidigende Worte, die ich hier nicht wiedergeben möchte…)

(Tatort: S-Bahn Haltestelle, Raucherbereich)
Besserwisser: „Wieder ein Analphabeth!“
Carsten: „Wie bitte?“
Besserwisser: „Hier ist Rauchverbot!“
Carsten: „Nun hör mal zu, du Hauptschullehrer: Auf dem Schild dort steht ‚Raucherbereich‘ und nirgends sehe ich hier ein Rauchverbotsschild!
Besserwisser: „Aber unten im Aufgang zum Bahnsteig stehen Rauchverbotsschilder!“
Carsten: „Ich habe mal eines in Hamburg gesehen: Gilt das auch für München, du altes Kackfass? Ich gebe ja zu: Ein Wort wie ‚Raucherbereich‘ ist für ein Arschloch wid dich, bestimmt nicht leicht zu lesen! Und wenn du jetzt die Schnauze hältst, und den Onkel Carsten in Ruhe zuende rauchen lässt, haut er dich vielleicht auch nicht zusammen! Verstanden?“
Besserwisser: (Versucht beleidigende Worte, die ich hier nicht wiedergeben möchte, zu äussern, traut sich jedoch nicht…)

Was am Fahrkartenautomaten geschah?
Carsten: (Beleidigende Worte, die ich hier nicht wiedergeben möchte…)

Ich habe es wirklich versucht, ehrlich!
Doch zum freundlichsein gehören wohl immer zwei: Einer der freundlich ist, und einer der diese Freundlichkeit erwiedert!
Vielleicht ist Freundlichkeit auch gerade nich ‚In‘???

Was bleibt mir sonst noch an guten Vorsätzen für 2007?
Nix!!! Ha, aus der Nummer bin ich raus – yuhuuuu!

In diesem Sinne

Euer Carsten

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Hoettges

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19 Comments

little-monkeymaid

Aus solchen Gründen mache ich erst gar keine Vorsätze – bringt eh nix. Und gibs doch zu: ohne Bahnfahren wäre das Leben doch ein ganzes Stück langweiliger. Was ich da alles schon gesehen und gehört habe….

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Hoettges

Langweiliger?
Ja!
Ruhiger?
Bestimmt!!!

Ich kann sehr gut aufs Bahnfahren verzichten, es wäre gesünder für mich, das kannste glauben!
Andererseits hätte ich weniger Inspiration um mich zu ärgern (mein einziges noch verbliebenes Hobby)…

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Hoettges

Du kannst mit MP3-Player lesen?
Respekt! Kann ich nicht.

Ich benötige meine ganze Aufmerksamkeit, der Geschichte, die mir der Autor, des Buches meiner Wahl, verklickern will!

Aber Frauen sind ja eher Multitasker als Männer – da wäre ich froh, an Deiner Stelle *g*!

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little-monkeymaid

Ohne Probleme. Eher im gegenteil: Wenns um mich rum ruhig ist, werde ich nervös und kann mich nicht mehr konzentrieren. Ich kann auch nur mit Beschallung lernen. So verpaßt man zumindest nichts – ein klarer Vorteil des weiblichen Geschlechts.

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Hoettges

Wow!
Würde ich das machen, wären meine Antworten bei Tests … nun sagen wir mal: anders!

Du kannst somit Zugfahren, ohne Dich zu ärgern…
… klingt dennoch für mich wie eine biologische Rosa-Brille.
Ich habe ein Recht darauf mich zu ärgern!
Zähfix, wo wäre die Menschheit, wenn sie sich ber nichts geärgert hätte?
Ich lasse mir doch von einem MP3-Player nicht vorschreiben, wann ich mich nicht ärgen soll!!!

Jetzt habe ich mich wieder geärgert…
… war schön, danke…
… brauche jetzt ne Kippe…

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caramellino

Waren eigentlich klare deutlich Worte von dir, nicht so umständlich formuliert, dass man zwischen den Zeilen lesen müsste.

Ich finde deinen Vorsatz gut!

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little-monkeymaid

Keine Sorge, die Klöpse bekomme ich trotzdem mit – hab anscheinend ein recht gutes Umweltdetailaufnahme-System entwickelt. Aber man ärgert sich einfach nicht so schnell, wenn grad im Hintergrund die Lieblingsmusik läuft..

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Hoettges

Den Vorsatz, keinen Vorsatz zu haben?

Könnte Schule machen…
Zumindest hört das blöde Gelaber am Jahresende bzw. -anfang auf!
Das wäre ja schon mal was.

Wenn dannn noch die „frohes neues“-Grüßerei nachlässt…

… aber ich will jetzt nicht übertreiben!

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Hoettges

Das schöne ist, während eine Gruppe Soldaten das Bordell der Katalanischen Hauptstadt besingt, irgend ein Arschloch eine Möhre oder Apfel mit 130 dB Schalldruck frißt, klein Jonathan/Leon/Noah/Lars-Torben rumschreit, weil er unbedingt was haben will, Oppa mit seinem Schnarchen das Waldsterben wieder zum Top-Thema macht und der Kaffeeverkäufer alle mit seinem Nicht-Onko-Muckefuck nervt, dann und genau dann:
Dann tippt Dich die Tusse gegenüber an, Du sollst Deinen MP3 Player leise machen!

Wäre ich Richter, würde ich den MP3-Besitzer des Mordes freisprechen und ihm noch 2.000 Euro Entschädigung für seinen Aufwand erstatten!

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little-monkeymaid

DAS wäre ja mein persönliches Highlight, ist mir allerdings noch nie passiert. Sollte es mal vorkommen, werde ich einfach so tun, als könnte ich sie nicht verstehen. Auf holländisch antworten oder sowas….

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Hoettges

Noch nie?
Ich dachte, dass passiert ständig und überall???
Ich glaube langsam wirklich daran, dass nur mich diese Idioten verfolgen (Deppengravitation) oder dass es die Bundesbehörde für Carstenverarschung gibt…

Frei nach Monty Python:
Confuse a Carsten!

Die MP3-Nummer ist mir erst kurz nach Weihnachten zuletzt mal wieder passiert!
Ach ja: Den Typen, mit: „Wieder so ein Analphabeth!“, gab es genauso in der Form wirklich! (Nur nicht am 02.01. sondern am 06.12. – dichterische Freiheit…).

Du kannst davon ausgehen, dass sobald ich das Haus verlasse mir jedesmal so ein Klopfer widerfährt! Woran das liegen mag, möchte ich gern mal wissen.

Zwei Wochen im meiner Haut, und Du denkst über Massenvernichtugswaffen nach – das garantiere ich Dir!

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little-monkeymaid

Ich schätze, dass das nicht-blöd-angemacht-werden (nicht im Sinne von dumm anbaggern) auch so ein Vorteil als Frau ist. Vermutlich verzeiht man uns mehr, weshalb auch immer. Wir wirken vielleicht einfach etwas beruhigender als Männer…
Dafür schätze ich, dass du nicht ständig blöd angebaggert wirst – ein kleiner Nachteil als Frau. Aber auch damit lernt man umzugehen.

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Hoettges

Ach so:
Und nur weil ich aussehe wie ein James Bond-Bösewicht, haben alle den Freibrief mich zu maßregeln?

Ich würde mich selbst nie ansprechen:
Groß, blond, 90 Kilo schwer, ein dunkles Brillenglas…
… ich sehe wirklich aus, wie ein Auftragskiller aus einem schlechten B-Movie! (Der Kerl auf dem Header-Foto bin tatsächlich ich! Das Bild ist nur schon ein paar Jahre alt.)
Carsten anpissen als Mutprobe???

Das mit dem anbaggern ist ganz genauso wie bei Dir, nur Frauen baggern bei Männern wenigsten subtiler als umgekehrt – da gebe ich Dir recht!

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sonjaschatz

Wo sollen sich die Leute denn sonst unterhalten, wenn nicht im Zug??
Wo können sich die Leute sonst über einen öffentlichen Raucher aufregen, wenn nicht am Bahnhof (in der Gaststätte geht das ja nun wirklich nicht…)
Und wo können sich alte Menschen endlich mal Technik-fit machen, wenn nicht am Fahrkartenautomaten, weil so was technisches kaufen tut man sich doch in dem Alter eh nicht mehr!

Aber am Besten ist immer noch das: Du fährst, mit deinen zwei vollen Taschen neben dir auf dem Sitz, an der Haltestelle steigen Leute ein, du schaust aus dem Fenster, um die ganzen Hackfressen nicht anschauen zu müssen und plötzlich macht es neben dir gsscchhhnnnaaagkgkg. Was ist passiert? Eine Frau (meistens zwischen 40 und 60) hat sich neben dich gesetzt. Schaut dich jetzt an und fragt, ob man nicht endlich die Taschen, auf denen sie schon sitzt, wegtun könne. Meine schönen Einkäufe!!! AARRGGG!! (Vorher fragen ging wohl nicht?!?!)
Sehr schön ist es auch, wenn sie, anstatt zu fragen, ob man die Tasche wegtun kann, einfach schonmal den Arsch, natürlich in Kopfhöhe, zu dir hinhalten, so zum Beweis, dass sie sich jetzt da wirklich hinsetzen wollen…
Interessanterweise setzen sich die alten Leute, wenn sie zwei Plätze für sich haben, immer am Gang und ihre Taschen liegen am Fensterplatz. Vielleicht sollte ich mcih mal auf ihren Schoß setzen und dann fragen, ob sie rutschen könnten?!?!

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little-monkeymaid

Tja es gibt halt Leute, die wollens wissen – und du wirkst vermutlich wirklich eher furchteinflößend oder aggressiver als eine Frau – das könnte sich aufs Gegenüber übertragen. Und nach meinen Beobachtungen prügeln alte Frauen mit ihrem Krückstock auch immer nur auf Kerlen rum, die Frauen kommen bei sowas immer gut weg, selbst wenn sie das selbe gemacht haben… Phänomen der Gesellschaft – die Männer sind immer noch die bösen, brutalen, haarigen Biester ;)

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Hoettges

Gut beobachtet!
Schlimm ist nur, wenn keiner seine schönen Einkäufe auch nach Aufforderung webpackt bzw. nicht mal Antwortet!
Da gucken die Leute immer nur als rede man chinesisch und hoffen, dass man weitergeht.

Ohne mich!
Ich bohre nach!!! bis die Taschen im Gepäcknetz oder unter dem Sitz verschwunden sind! Dann wird das Buch rausgeholt und genau solange gelesen, bis der Idiot vor einem mit dem Handy telefoniert! (Siehe: Das Handy und der ÖPNV!)

Der absolute Stimmungskiller sind jedoch Fahrten zwischen 12 und 14 Uhr: Schulkinder!
Mehr sag ich dazu jetzt nicht…

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sonjaschatz

Was heißt da gut beobachtet?!?! Gut selbst erlebt!!!

Und mit dem Handy telefonieren ist noch lange nicht so nervig, wie die neuen Handys, die laut Musik in beschissenster Qualität abspielen. Dazu drei pubertierende Jungs, die auf das Handy glotzen und komische, stereotype Bewegungen dazu machen. Wahrscheinlich hören die Bushido?!?! ;)

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Hoettges

Allein diese Handys werden in meiner Biographie später mal drei Kapitel einnehmen!
(Und diese Idioten vergelichen dann den Sound ihrer Handys noch, als würden sie ihre Schwanzlänge messen…)

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