Mit Mobbing an die Macht!

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Susanne K. war immer ein kluges Mädchen. Sie selbst behauptete sogar das klügste Mädchen der Welt zu sein!
Nun, zumindest sagte das immer ihre Mutti zu ihr und daher mochte sie keine Menschen, die das nicht glaubten oder sogar klüger waren als sie.

Durch dieses zickige Verhalten war sie als Kind nicht sonderlich beliebt, kompensierte dieses jedoch mit Süßigkeiten und exessivem Petzen!
Sobald ihr einer blöd kam, wurde dieses an die nächsten exekutiven Stellen weitergeleitet, damit der Blödkommer seine gerechte Strafe erhielt!
Kameraden aus ihrer Schulklasse wurden beim Lehrer verpfiffen,
Nachbarskinder bei deren Eltern und
Lehrer, die nicht so wollten wie Susanne, bei ihren Eltern!

Wehe es sagte einer was Böses über Susanne!

Durch den daraus resultierenden Mangel an sozialen Kontakten, wuchs Susanne einsam und pummelig auf – und mit ihrem gewinnenden Wesen war mit Beziehungen auch nicht viel los. Damit blieb ihr viel Zeit zu lernen um Karriere zu machen.

Doch später im Job wollte es mit dieser Karriere nicht so richtig klappen, denn keiner mag Streber, die einem am Stuhl sägen, sobald man mit oder von ihnen spricht – nicht mal ein Chef!
Ihr fehlten einfach die Gründe um ihre Kollegen anzuscheißen.
Mit sexueller Belästigung kam sie da nicht weit, soviel wußte sie – außerdem klappte das auch nur bei der männlichen Belegschaft.

Susanne wußte nicht mehr weiter, doch die Rettung kam, als ähnliche Gestalten wie sie die Rettung erfanden: Mobbing!
Dieses Unwort wurde immer mehr gebraucht, bis es sich in die letzten Winkel (Regierung) der Gesellschaft herumgesprochen hatte. Und Susanne hatte für ein Mobbing-Opfer alle Top-Vorraussetzungen:
– Übergewicht
– Frau
– Einzelgänger
– Keine Skrupel

Nun klappte es mit der längst fälligen Karriere, alle unbequemen Widerstände wurden des Mobbings bezichtigt und somit aussortiert!
Die Chefs fanden das anfangs noch ganz toll, da sie extern damit werben konnten, wie gut das Betriebsklima war, da ja Störenfriede sofort entsorgt wurden.
Später jedoch bemerkten sie, dass das Klima nur auf Furcht basierte und jeder mittlerweile jeden an die Karre pisste. Die Produktivität war auf dem Nullpunkt!
Kunststück wenn jeder seine Kraft und Kreativität für Intrigen benötigte.

Also schlugen die Chefs zurück: Sie erfanden den Zeitvertrag ohne Option auf Weiterbeschäftigung.
Nun war es den Beschäftigten scheißegal, wer sie anschiß oder wen sie anscheißen konnten: Karriere gabs ja nicht mehr!
Zugegeben: Die Produktivität war nur noch auf Dienst-nach-Vorschrift Niveau, aber immer noch besser als nix.

Dann aber wurde das Land, in dem Susanne lebte, von Volkswirtschaften anderer Länder (die andere Probleme hatten als Kindergartengesetze zu erlassen) überholt, so dass Susanne ihren Job verlor und auch keine Chance hatte mal wieder einen neuen zu bekommen.

Jetzt startete sie erst richtig durch: Sie trieb Sport, nahm ab und heiratete einen 15 Jahre älteren Regierungsbeamten.
Jetzt begann ihre Karriere als Politikerin:
Anfangs erst in einer Partei freier Wähler, wobei sie ihren Wohnort komplett zur Tempo 30-Zone verwandelte und vier Firmen (alte Klassenkameraden) in den Ruin trieb, später in einer großen Volkspartei bis zum höchsten Plenum ihres Landes!

Nun wurde alles verboten, was ihr blöd kam und die Opposition wurde schamlos verpetzt!
Arbeitslosigkeit? Wirtschaftskrise? Pffft… alles langweiliger Kram – davon hatte sie auch keine Ahnung. Susanne wollte Rache!
So wurden Gesetze und Verordnungen erlassen, die ein erträgliches Leben in diesem Lande nicht mehr möglich machten:
Lärmschutzverordnungen, Rauchverbote, Mülltrennung nach Molekülen, Ernährungsvorschriften und transparentem Datenschutz!

Happy End?
Gibt’s diemal nicht, denn Susanne ist überall! Und solange alle von Susanne rumgeschubst werden kann es auch keines geben…

In diesem Sinne

Euer Carsten

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Hoettges

Hoettges

4 Comments

Juuudl

Leider ziemlich wahr. Also ich hab Susanne jetzt auch schon in ziemlich vielen Fassetten kennen gelernt und sie lässt sich ziemlich schwer bekämpfen. Man kann eigentlich bloß hoffen, von ihr verschont zu bleiben ;)

lg, Judl

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Hoettges

Zumindest solange man noch keine Gesetze gegen Opportunismus erlassen hat – dann werde ich nämlich auch mal zur Petze!

Grüße
Carsten

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