Moppeds an die Macht!

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Was muss ich gerade im TV hören:
Der heutige Tag wurde weltweit zum autofreien Tag erklärt!
Hat ja super geklappt – habe mich heute auch etwas weniger über total überfoderten PKW-User geärgert…

Doch der Moderator geht noch weiter und nennt die Fahrradfahrer „Weltretter“!
Jetzt bekomme ich Angst: Fahrradfahrer als Weltretter?

Der Mann kann nicht die Anarchisten meinen, die mir ständig begegnen:
– Mitten auf der Straße fahrend, da Leistungssportler…
– Fahrradwege? Nur für Anfänger!
– Die Klingel wird bei jedem Scheiß benutzt, denn man ist ja Weltretter und hat immer(!) Vorfahrt!
– Gebremst wird nur mit den Füßen!
– Da man als Radfahrer ein schwacher Verkehrsteilnehmer ist, gelten keine Verkehrsregeln!
– Ich fahre Rad, und Du verursachst CO2! Und jetzt hilf mir mal, das Rad in den Touareg zu laden…
– Schutzbleche? Licht?? Reflektoren??? Hatte Jan Ullrich auch nicht!

Ich muss mit meiner kleinen Garelli ständig aufpassen, nicht von Autofahrern überfahren und von Fahrradfahrern zu Fall gebracht zu werden. Aber für die einen ist man ein Verkehrshindernis, für die anderen verursacht man den Klimawandel (bei drei Litern Sprit/Woche)!

Und was man sich alles anhören lassen muss: un-er-träg-lich!
Autofahrer: „Mopped? Kein Geld für’n Auto?/Lappen versoffen?/Zu blöd zum Autofahren?“
Fahrradfahrer: „Moped? Zu faul sich mal ein wenig sportlich zu bewegen, wie?/Ich bin genauso schnell und lebe gesünder!/Ich tue wenigstens was für die Umwelt!“

Nee, schon klar:
Ich bin ein total ungesunder, fauler, CO2-um-sich-schmeißender Verkehrsterrorist, dem die Vorfahrt entzogen gehört!
Aber: Mein Tankwart, freut sich nicht sonderlich wenn ich komme und mein Urologe hat genau so wenig zu tun wie er – meine lieben Damen und Herren!

Doch bin ich als Mopedfahrer nur der Deutschtürke des öffentlichen Straßenverkehrs:
Zu keiner Seite richtig dazugehörend!

Aber ich habe Hoffnung: wir Mopedfahrer werden immer mehr! Und dann müssen wir uns auch nicht mehr das Ich-bin-besser-als-Du Getue, der Auto- und Fahrradfahrer anhören!
Irgendwann haben wir sogar eine Lobby!

Und sollte mal irgendwer die Welt retten, dann sicherlich nicht ein schutzblechloser Pseudo-Lance Armstrong oder ein Polo-Vettel.
Sollte der Weltrettungsfall tatsächlich mal eintreten, wundert Euch nicht, wenn der Held stolzer Besitzer einer alten Garelli (schwarz/orange, Zweitakter, 3KW mit Katalysator) ist!

So, und nun muss ich enden!
Habe da noch was zu tun…

In diesem Sinne

Euer Carsten

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Hoettges

Hoettges

6 Comments

Anonymous

Du sprichst mir quasi aus der Seele! :)

Aber eins: Wieso immer diese Anglizismen in der deutschen Sprache? *Nackenhaar kräusel*: PKW-User! Oh mein Gott!

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Hoettges

Als Bahnfahrer ist man ohnehin schon schwer gestraft oder Masochist!
Da kann man sich nicht einordnen – nur bedauern.
(Rauchverbot, Verspätungen, volle Züge mit Schulklassen, Oppa mit Stinkekäsebrot, besoffene Bundis und Idioten, die auf dem eingens reservierten Platz sitzen und es nicht glauben können, dass es so etwas wie Reservierungen überhaupt gibt….)

Bahnfahren?
Selber schuld!!!

Als Fußgänger kann man sich in drei Kategorien einordnen:
a) normaler Fußgänger: Dieser geht zu Fuß, weil er es muss (kein anderes Fortbewegungsmittel zur Hand), dieser Typ zeichnet sich durch ein normales Verkehrsverhalten aus und fällt kaum auf.
b) Spaziergänger/Jogger: Dieser ist der natürliche Feind aller anderen Verkehrsteilnehmer! Mit seiner ich-zahle-auch-steuern-und-kann-auf-der-straße-laufen-wann-ich-will Einstellung erreicht er eine merkliche Steigerung des Duchmessers der Halsschlagader seiner Mitmenschen!
c) Nordic Walker: Geht gar nicht!!!

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Hoettges

Sorry, bin eigentlich Werbefritze, da geht einem das Dinglish in den genetischen Code über…

Aber solange ich zu meiner alten Garelli noch nicht „Scooter“ sage, ist noch Besserung zu erwarten!

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Hoettges

Keine uncoole Idee!
Hat nur zwei Haken:
1) Ich bräuchte wieder Parkplätze (in und um München ein sehr seltenes Gut).
2) Mit 20 Mille würde ich den Schein machen und mir ein Auto kaufen…
… und dann würde ich hier auf die Moppedfahrer einprügeln!

Ich denke, die jetzige Situation passt schon. Mit meinen Regen- und Kältekombis gilt ohnehin der Satz:
Es gibt kein schlechtes Wetter – Es gibt nur schlechte Kleidung!

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