Wer bin ich?

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Kennt Ihr auch diese Pseudopsychologen, die aufgrund eines Wochendseminars jetzt die Weisheit mit dem Radlader gefressen haben?
Seltsamerweise kommen solche Vollidioten auf dem Arbeitsmarkt immer gut an und werden gern in den Bereichen Kunden oder Mitarbeiter eingesetzt.
OK: Von daher irgendwie schon mal meine natürlichen Feinde, da ich von Kunden oder Mitarbeitern immer gern Abstand halte, aber bei Vorstellungsgesprächen kommt man an diese halbgebildeten Dauergrinser leider nicht vorbei. Es wäre ja noch schöner, wenn der betreffende Abteilungsleiter oder der Chef persönlich die Gespräche führen würden! Wo kommen wir denn da hin? Purer Sozialismus!!!

Also muss man sich von diesen Laberbacken ausquetschen lassen, die von dem Job noch weniger Ahnung haben als das Kamel vom Rennrodeln.
Irgendwann kommt dann auch mal die Frage: ‚Wer sind Sie?‘
Jetzt muss man sich eine Entscheidung abnötigen… dauert etwas… also die antwort: ‚Carsten XYZ, 49 Jahre alt, DTP- und Webfritze, Schuhgröße 46, etc…‘
Dann kommt immer die Antwort: ‚Nein, ich meine, wer Sie wirklich sind?‘
‚Nein? NEIN??? Ich bin Carsten, Du dämlicher Besserwisser!‘ will man antworten, aber wenn man sich bereits entschieden hat, nicht in einem Unternehmen zu arbeiten, welches solche Volldeppen einstellt, antwortet man: ‚Mein Name ist Erwin Lindemann, bin 66 Jahre und Rentner, mit dem Lottogewinn…‘
Egal ob Schlaubi Schlumpf den Gag jetzt kapiert oder nicht, müsste er wissen, dass ich ihn gerade verarsche!
‚Ich glaube, Sie verstehen mich nicht richtig…‘ (DOCH) ‚… ich meine, wer sind Sie. Was machen Sie gern, was mögen Sie nicht so gern, warum ist die Banane krumm…?‘
Wir kommen also von ‚wer-‚ auf ‚was‘- und/oder ‚warum‘-Fragen. Aber ich habe natürlich längst kapiert: Der Typ will wssen, wie ich mich selbst einschätze und anpreise. Das Problem dabei ist, dass ich das nicht gern mag. Denn wer oder was ich bin, braucht das Arschloch gar nicht wissen! Bin ich ehrlich, bekomme ich den Job sowieso nicht – dann bekomme ich auf diesem Planeten gar keinen Job!
Und auf diese prätenziöse Laberei habe ich auch keinen Bock…
Da ich mich aber schon entschieden habe, dass dieses Unternehmen auf meine Mitarbeit verzichten muss, kann ich Herrn/Frau Dr. Dr. Klug-Schiss noch etwas schlauer machen (sollte dieses überhaupt möglich sein…):
‚Nun, die Frage kann ich Ihnen derzeit nicht beantworten, da ich mir die Frage selbst nicht stelle!‘
‚Wie meinen Sie das?‘
‚Naja… Kandidaten, die diese Frage beantworten können, haben einen Schaden. Sie müssen einen Schaden haben!‘
‚Wie bitte‘
‚Ein Beispiel: Wie oft denken Sie an den Motor Ihres Autos?‘
‚Ääääh… nicht oft.‘
‚Also scheint alles in Ordnung zu sein?‘
‚Ja, der Motor läuft. Aber was hat das mit uns zu tun?‘
‚Ich werde es Ihnen erklären: Solange alles in Ordnung ist, macht man sich darüber kaum Gedanken, oder? Ist es aber kaputt bzw. schad- oder mangelhaft, denkt man öfter darüber nach!
Und aufgrund der Tatsache, dass ich Ihre Frage nicht beantworten kann, sollten Sie daraus schliessen, dass alles in Ordnung ist! Sollte ich jedoch nach Stellung der Frage loslabern als würde ich Haushaltsgeräte in der Fußgängerzone verhökern, kann was nicht stimmen! Logisch oder?‘
‚Wissense was? Sie haben den Job!‘
‚Nein, habe ich nicht!‘

Moral der Geschicht:
Warum müssen immer mehr Menschen (privat oder geschäftlich) so einen Zirkus abziehen? Geht es denn nicht mehr ’normal‘ wie früher?
Einen LKW-Faher frage ich nach gültigem Führerschein, sonstige Zusatzqualifikationen die benötigt werden und seine Erfahrung in dem Job – AUS/BASTA!
Ich will gar nicht wissen, ‚wer er ist‘ – das kann ich ja in der Bewerbung lesen.
Ich will auch nicht wissen, ‚wo er sich in fünf Jahren sieht‘ – ich will doch schwer hoffe, in dem Iveco Stralis, den ich für Ihn als Arbeitsplatz bereitstelle!

MANN, MANN, MANN…

Aber solche Volldeppen vermehren sich in mittleren/großen Betrieben wie Fliegen auf einem Scheißhaufen im Hochsommer!

Wer sich als Unternehmer die (Un-)Kosten für diese Totalausfälle leisten kann, ist zu beglückwünschen. Doch auch ihm sei gesagt:
Die, bei Nichteinstellung solcher Laberköppe, eingesparten 75.000.- (Diese Deppen bekommen teilweise echt so viel!) im Jahr, reichen locker für einen goldenen Schaltknopf für den Aston Martin oder einen Kurzurlaub irgendwo im indischen Ozean!

Denkt früber nach…

In diesem Sinne:

Der Unternehmensberater

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About the Author

Hoettges

Hoettges

Feingeistiger Grobmotoriker mit Hang zur zweidimensionalen Sicht der Dinge und Deutschlands letzter lebender Dichter und Denker.

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